Meteogramm lesen: Startfenster, Wind nach Höhe und Wolken
Das Meteogramm zeigt das Flugwetter eines Startplatzes über mehrere Tage. So liest du Startfenster, Windfahnen, Arbeitshöhe und Wettersymbole richtig.
Die Karte zeigt einen Zeitpunkt für viele Orte. Das Meteogramm zeigt einen Ort über viele Stunden. Du öffnest es, indem du einen Startplatz antippst oder irgendwo in die Karte klickst.
Das Startfenster ganz oben
Der farbige Streifen fasst jede Stunde in einem Urteil zusammen: gut (grün), grenzwertig (gelb) oder ungeeignet (rot). Bewertet werden Windstärke, Böen, die Windrichtung im Vergleich zu den freigegebenen Startrichtungen, Regen und Gewitter. Das schlechtere Teilurteil gewinnt: Ein Platz mit perfektem Wind, aber Gewittergefahr, bleibt rot.
Bewertet wird nach festen Grenzen, die nichts über dein Können wissen. Ein grünes Fenster heißt „das Modell sieht keinen Grund dagegen“ — nicht „für dich geeignet“.
Windfahnen nach Höhe
Im Diagramm stehen Windfahnen für mehrere Höhen übereinander. Die Farbe zeigt die Stärke: unter 10 km/h, unter 20, unter 30, unter 45 und darüber. Fahr mit dem Zeiger über eine Fahne, dann siehst du Stärke und Richtung genau.
Achte auf zwei Muster:
- Starke Zunahme mit der Höhe — am Start ruhig, auf Kammhöhe kräftig: Rechne mit Turbulenz und versetztem Thermikbart, im Lee mit Rotoren.
- Drehung mit der Höhe — wenn der Wind oben aus einer anderen Richtung kommt als unten, kann der Hang im Lee des Höhenwinds liegen, obwohl der Bodenwind passt.
Die Flächen im Hintergrund
- Grün — die nutzbare Arbeitshöhe: bis hierhin trägt die Thermik.
- Weiß — Cumulus, von der Basis bis zur Thermikobergrenze.
- Hellblau — Luft bis zur Kondensation. An blauen Tagen ist das die Höhe, die es gäbe, die man aber nicht bekommt.
- Grau — Bewölkung; viel davon schattet den Boden ab und dämpft die Thermik.
- Bänder unten — das Gelände schematisch in Höhenstufen von Tal bis Fels.
- Orange Linie — das Steigen w*.
Wettersymbole
Wolkensymbole zeigen die Bewölkung, Tropfen den Niederschlag mit der Menge in mm/h (ab 0,1 mm/h). Ein Blitz erscheint ab einem CAPE von 800 J/kg — ab da ist die Luftmasse labil genug für Gewitter. Mehr dazu im Artikel über Gewitter.
So nutzt du es in der Praxis
- Startplatz suchen oder antippen, den Tag oben wählen.
- Grünes Startfenster suchen — und prüfen, ob es mit guter Arbeitshöhe zusammenfällt.
- Windfahnen auf Kammhöhe ansehen: passt der Höhenwind auch?
- Nach rechts schauen: Kommt am Nachmittag ein Blitz oder Regen? Dann Landezeit davor planen.