Flyableday · Thermikkarte

Gewitter und Überentwicklung erkennen: CAPE, Wolken und Warnzeichen

Andreas Schachinger · Stand · 2 Min. Lesezeit

Gewitter sind die größte Wettergefahr für Gleitschirm- und Drachenflieger. So liest du CAPE in der Vorhersage und erkennst Überentwicklung am Himmel rechtzeitig.

Ein Gewitter kann einen Gleitschirm mit über 10 m/s in die Wolke saugen, und seine Böenfront erreicht Landeplätze, die noch in der Sonne liegen. Die gute Nachricht: Gewitter kündigen sich an — in der Vorhersage und am Himmel.

CAPE: wie viel Energie in der Luft steckt

CAPE (Convective Available Potential Energy, in J/kg) misst, wie kräftig eine aufsteigende Luftmasse beschleunigen kann, wenn sie einmal in Gang kommt. In der Karte liegt CAPE unter „Wetter einblenden → Luftmasse“. Grobe Einordnung:

CAPE ist eine Möglichkeit, keine Ansage. Es braucht einen Auslöser — Sonne auf Bergflanken, eine Front, zusammenströmende Talwinde. Und eine stabile Schicht (in der Karte als CIN, der „Deckel“) kann die Entwicklung lange zurückhalten und dann plötzlich freigeben.

Der Tagesgang

Wärmegewitter folgen der Sonne: vormittags harmlose Cumulus, ab Mittag wachsen sie in die Höhe, am Nachmittag entladen sie sich. Zieh im Meteogramm über den Tag: Steigen CAPE und Bewölkung am Nachmittag, plane die Landung deutlich vorher. Je früher am Tag die ersten Türme wachsen, desto kritischer der Nachmittag.

Warnzeichen am Himmel

Sobald eines davon auftritt: Kurs aus dem Einflussbereich, zügig landen und den Schirm packen. Böenfronten können viele Kilometer vor dem Gewitter einfallen.

Nullgradgrenze und Feuchte

Hohe Nullgradgrenze, schwüle Luft am Boden und kühle Luft in der Höhe sind die klassische Mischung für Wärmegewitter. In der Karte zeigt die Nullgradgrenze unter „Luftmasse“, wie hoch die Frostgrenze liegt.

Vor und während des Flugs

  1. Abends und morgens CAPE und Niederschlag für den Nachmittag prüfen.
  2. Eine Landezeit festlegen — und sie einhalten, auch wenn es gerade gut geht.
  3. Unterwegs ein Niederschlagsradar im Blick behalten (z. B. GeoSphere Austria oder DWD).
  4. Lieber eine Stunde zu früh am Boden als fünf Minuten zu spät in der Luft.

Weitere Tipps