Flugtag planen: Checkliste vom Vorabend bis zum Startplatz
Eine praktische Checkliste für Gleitschirm- und Drachenflieger: Großwetterlage, Startplatzwahl, Morgen-Check und Entscheidung am Start — Schritt für Schritt.
Gute Flugtage entstehen am Vorabend. Wer weiß, wonach er sucht, verschwendet keinen Tag mit der Anfahrt zum falschen Berg. Diese Checkliste führt dich in drei Schritten von der Wetterlage zur Entscheidung am Start.
1. Am Vorabend: Lage und Kandidaten
- Großwetterlage: Hochdruck, schwache Druckgegensätze und trockene Luft sind gute Voraussetzungen. Eine Front, starker Höhenwind oder Föhn schließen den Tag meist aus.
- Wind: Schalte in der Thermikkarte „Bodenwind“ ein und zieh den Zeitregler auf die Mittagsstunden. Aus welcher Richtung kommt er, und wie stark?
- Startplätze: Die Punkte auf der Karte sind nach Wind und Wetter eingefärbt. Grün ist ein Kandidat, gelb ein Vielleicht. Merk dir zwei bis drei Plätze mit passender Startrichtung — idealerweise in verschiedenen Richtungen, als Ausweichmöglichkeit.
- Thermik: Wie hoch wird die nutzbare Arbeitshöhe, und ab wann?
- Gewitter: CAPE und Niederschlag am Nachmittag. Wenn ja: früh starten, früh landen.
2. Am Morgen: der Abgleich
- Neuer Modelllauf: ICON-D2 rechnet mehrmals täglich neu. Ändert sich das Bild gegenüber gestern Abend, glaub dem neueren Lauf eher.
- Meteogramm deiner Kandidaten öffnen: Wann beginnt das grüne Startfenster, wann endet es? Wie sieht der Wind auf Kammhöhe aus?
- Lufträume entlang der geplanten Strecke prüfen — und die aktuellen NOTAMs.
- Ausrüstung: Sind Retter, Schirmcheck und Gurtzeug im grünen Bereich? Im Konto der Thermikkarte kannst du Wartungstermine deiner Ausrüstung hinterlegen.
3. Am Startplatz: das letzte Wort hat die Realität
- Windsack und Fahnen beobachten — mehrere Minuten, nicht nur einen Moment. Kommen Böen, dreht der Wind?
- Himmel lesen: Wie entwickeln sich die Cumulus? Wo steht die Basis im Vergleich zur Vorhersage?
- Andere Piloten: Was machen die, die schon in der Luft sind? Steigen sie, kämpfen sie, landen sie früh? Mit „Live-Verkehr“ siehst du in der Karte, wer gerade über der Region fliegt.
- Landeplatz: Wie wird der Wind dort am Nachmittag sein? Talwind beachten.
- Du selbst: ausgeschlafen, konzentriert, innerhalb deiner Grenzen?
Die wichtigste Regel
Die Vorhersage sagt, ob es sich lohnt hinzufahren. Ob du startest, entscheidest du am Startplatz. Nicht zu starten ist nie ein Fehler — es gibt immer einen nächsten Flugtag.
Nach dem Flug
Notiere kurz, wie die Vorhersage zum tatsächlichen Tag gepasst hat: Basis, Wind, Thermikbeginn. Nach ein paar Wochen weißt du, wie du die Zahlen für deine Hausberge lesen musst. Das Flugbuch der Thermikkarte hält Flüge mit OGN-Tracker über Österreich automatisch fest.